Dingač-Wein und Postup: zwei Lagen auf Pelješac und ihr Rotwein
Dingač ist keine Rebsorte, sondern eine Weinlage auf der Halbinsel Pelješac in Kroatien, und der Rotwein von dort wird aus der Sorte Plavac mali gekeltert. Im EU-Register steht Dingač als geschützte Ursprungsbezeichnung. Postup ist ebenfalls eine benannte Lage für Plavac mali, die im Register nach dem Stand vom 19. Oktober 2026 keinen eigenen Eintrag hat.

Was ist Dingač?
Dingač ist eine Lage an steilen Hängen der Halbinsel Pelješac und zugleich der Name des Weins, der dort entsteht.
Im EU-Register eAmbrosia ist Dingač seit dem 1. Juli 2013 als geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.) für Wein eingetragen, unter dem Aktenzeichen PDO-HR-A1649. Erlaubt ist nur eine Rebsorte: Plavac mali, in der Spezifikation Plavac mali crni.
Von 1961 bis zum EU-Register
Laut Spezifikation missbrauchte unlautere Konkurrenz den Namen Dingač über Jahrhunderte. Die Weinbauern aus Potomje beantragten deshalb den Schutz des Namens. Auf Grundlage des jugoslawischen Weingesetzes von 1957 schützte ihn die Verordnung Nr. 1252/2 vom 19. September 1961. Laut der Studie „Dingač: čuveno dalmatinsko vino“ von A. Gazzari und K. Pešut-Gligo (1964) trat die Verordnung am 1. Februar 1962 in Kraft. Der internationale Schutz von Namen und Marke über das Genfer Büro BIRPI gilt laut Spezifikation seit dem 13. Mai 1964, mit der Urkunde Nr. 283600. Die Kroatische Wirtschaftskammer (HGK) nennt Dingač den ersten gesetzlich geschützten Wein Kroatiens.
Die kroatische Liste der geografischen Angaben von 2004 (Narodne novine 6/2004) nennt Dingač und Postup im Weinbaubezirk Pelješac. Die Liste der traditionellen Begriffe für Wein von 2007 führt Dingač als einen von sechs Weinen, neben Prošek und Bermet, und definiert ihn als vrhunsko vino (Spitzenwein), einen Rotwein mit kontrollierter geografischer Herkunft. Die Verordnung über geschützte Ursprungsbezeichnungen von 2010 nahm Dingač als Nummer 16 in ihren Anhang 1 auf und trat mit dem EU-Beitritt Kroatiens in Kraft.
Dingač und Postup: der Unterschied
Postup ist eine benannte Weinlage. Die kroatische Weinbauverordnung (Narodne novine 81/2022) führt sie in Anhang III, wie Dingač, unter den möglichen historischen Lagen des Weinbaubezirks Pelješac (vinogorje Pelješac). Eine eigene geschützte Ursprungsbezeichnung der EU hat Postup nicht. Im Register eAmbrosia steht der Name nach dem Stand vom 19. Oktober 2026 nicht. Auf der Liste der Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung auf EU-Ebene, die das kroatische Landwirtschaftsministerium veröffentlicht, steht von beiden Namen an diesem Tag nur Dingač.
Nach Angaben des Tourismusverbands Orebić erhielt Postup 1967 auf der Grundlage eines Gutachtens zur kontrollierten geografischen Herkunft den Beinamen „čuveno vino“ (berühmter Wein) und wurde direkt nach Dingač zum zweiten geschützten Wein Kroatiens.
Die Tageszeitung Slobodna Dalmacija berichtete 2022, dass damals zwei Genossenschaften den Schutz für sich beanspruchten, eine aus Potomje und eine aus Donja Banda. Am Ende wurde das Gebiet auf dem Papier geteilt, und der Wein kam unter zwei Etiketten auf den Markt, Postup Potomje und Postup Donja Banda. Die Genossenschaft in Donja Banda wurde laut demselben Artikel 1957 gegründet.
Wo Dingač und Postup liegen
Dingač ist ein Streifen steiler Hänge mit dem Meer an der Südseite, von Trstenik bis zum Tal Jelin dol. Die Spezifikation nennt eine Länge von 8.070 m, eine Breite von 552 bis 1.386 m und eine Gesamtfläche von 7,58 km² (758 ha). Bepflanzt sind laut Spezifikation 78,5 ha. Der Hang ist steil und nach Südwesten ausgerichtet, mit einer Neigung von 10° bis 60°, im Mittel 30°. Eingerahmt wird er von den Gipfeln Čučin und Sveti Juraj. Der Ort Potomje liegt im Landesinneren der Halbinsel auf 320 m Höhe. Nach Angaben des Tourismusverbands Orebić verkürzte der nur etwa 400 m lange Dingač-Tunnel den Weg der Winzer von fast 20 Kilometern auf vier. Vorher führte der einzige Weg über Trstenik, und die Trauben wurden auf Eseln und Maultieren getragen. Laut derselben Quelle trieb die Firma Konstruktor aus Split den Tunnel in neun Monaten vor. Die Weinbergbesitzer bezahlten ihn über ihre Genossenschaft, die Kreditnehmerin war. Feierlich eröffnet wurde er am Samstag, dem 29. November 1975 (laut dem Artikel des Tourismusverbands zum 50. Jahrestag vom November 2025 und Croatia Week).
Die Weinberge von Postup beginnen nach Angaben des Tourismusverbands Orebić fast am Ortseingang von Orebić und erstrecken sich zu beiden Seiten der Straße auf mehr als 60 Hektar. Beide Lagen finden Sie in den Gebieten Potomje und Postup–Orebić.

Was Dingač besonders macht: Boden, Sonne und Meer
Laut Spezifikation bestehen die Steilhänge und der Grat darüber aus Kalkstein der Oberkreide, durchzogen von Dolomit. Der Boden entstand auf kiesigem Hangschutt und besteht zu etwa 75 % aus Kies und kleinen Steinen. Den Rest bildet rotbraune Feinerde, die im Mittel zu 40 % aus Sand, zu 30 % aus Schluff und zu 30 % aus Ton besteht. Die in der Spezifikation zitierten Analysen ergaben in allen Proben mehr als 50 mg Kalium (K₂O) je 100 g Boden, und die Spezifikation nennt den hohen Kaliumgehalt den wichtigsten Faktor für die Qualität des Weins.
Ein doppelter Bergrücken schützt die Hänge vor kalten Nordwinden, und das tiefe Meer direkt unter den Weinbergen wärmt im Winter die Luft und mildert im Sommer die Hitze. Die Spezifikation nennt im Jahresmittel 17,6 °C und in der Vegetationszeit 20,1 °C, gemessen an der Wetterstation Orebić. Es fallen etwa 1.400 mm Niederschlag, am meisten im Spätherbst und Winter, am wenigsten im Sommer. In manchen Jahren herrscht Dürre. Frühe Herbst- und späte Frühjahrsfröste gibt es nicht, die Sonne scheint 2.900 Stunden im Jahr. Der Raumordnungsplan der Gemeinde Orebić von 2008 zählt Dingač und Postup zum wärmeren Teil der Gemeinde. Plavac mali reift ungleichmäßig, sodass an einer Traube reife und eingetrocknete Beeren hängen. Die eingetrockneten geben dem Wein laut Spezifikation ein besonderes Aroma.
Die Terrassen entstanden laut Spezifikation in jahrhundertelanger Handarbeit: Man räumte den Hangschutt, setzte die größeren Steine zu Trockenmauern und ebnete die Hänge teilweise ein, als Schutz vor Erosion. Der Raumordnungsplan beschreibt an den Hängen von Postup und Dingač Rebterrassen im Wechsel mit Wald, Macchie und Fels. Die Terrassenmauern müssen aus dem ursprünglichen Material der Hänge gebaut werden, und Erde aus anderen Gebieten darf nicht herangebracht werden. Die Reben stehen als niedrige Buschreben, 30 bis 50 cm hoch, ohne Drahtrahmen. In alten Weinbergen stehen sie im Abstand von 1 × 1 m, also etwa 10.000 Stöcke je Hektar. Die Hacke kommt heute selten zum Einsatz. Gearbeitet wird mit kleinen Motorhacken, die man an den steilsten Stellen mit einem Seil hält.
Kleinere Lagen innerhalb von Dingač
Die kroatische Liste der geografischen Angaben von 2017 (Narodne novine 64/2017) teilt Dingač in 16 kleinere benannte Lagen, darunter Barov laz, Borak, Klapovac und Živa voda. Postup steht in derselben Liste für sich, auf derselben Ebene wie Dingač. Laut Spezifikation darf eine kleinere Lage auf dem Etikett eines Dingač-Weins stehen, wenn mindestens 85 % der Trauben von dort stammen. Der Lagenname darf höchstens halb so groß geschrieben sein wie das Wort Dingač. Die Weinbauverordnung verlangt zusätzlich, dass die Lage im Weinbergregister eingetragen ist.
Ruf und Preise
Laut Spezifikation hatte Dingač schon im 15. Jahrhundert einen guten Ruf und erzielte das Drei- bis Vierfache des Preises anderer Weine der Gegend. Die Spezifikation nennt dazu Preise je Hektoliter nach Angaben des Handels auf Pelješac: 1900 kostete Dingač 7 Forint, der Wein Plavac 2, im Jahr 1960 waren es 25.000 und 7.400 Dinar. Die Studie „Dingač: čuveno dalmatinsko vino“ von 1964 beruht auf sechs Jahren Beobachtung dieser Weine.
Laut derselben Studie erzeugte Dingač vor der Reblaus 20 bis 25 Waggons Wein, nach der Neubepflanzung weniger als zehn.
Was die Spezifikation für Dingač vorschreibt
| Regel | Laut Spezifikation |
|---|---|
| Rebsorte | nur Plavac mali |
| Pflanzdichte | höchstens 10.000 Stöcke je Hektar |
| Höchstertrag | 8.000 kg Trauben je Hektar, das sind 4.800 Liter Wein |
| Mostgewicht | mindestens 19,5 % Zucker nach Babo, mindestens 4,0 g/l Gesamtsäure |
| Natürlicher Alkoholgehalt | mindestens 13,5 % vol. |
| Klasiko | mindestens 12 Monate Reifung (9 im Holzfass, 3 in der Flasche) |
| Riserva | mindestens 24 Monate (18 im Fass, 6 in der Flasche) |
| Abfüllung | nahe dem Gebiet, in den Gemeinden Orebić und Trpanj |
| Flaschen | nur dunkelgrüne oder braune Glasflaschen, von 0,375 bis 18 l |
| Zulassung | chemische und sensorische Prüfung, mindestens 82 von 100 Punkten als Median der Bewertungen von fünf Prüfern; mindestens drei müssen die Typizität bestätigen |
Wie schmeckt Dingač-Wein?
Die Spezifikation beschreibt Dingač als dunkelrubinrot. Gereifter Wein aus dem Fass duftet nach getrockneten Pflaumen und Feigen. Junge Weine sind im Geschmack intensiv und tanninreich, mit der Reife werden die Tannine weicher. Dingač ist in der Regel trocken. Vergärt der Traubenzucker nicht ganz, lässt die Spezifikation auch einen halbtrockenen Wein zu. Meist hat Dingač mehr als 30 g/l Extrakt und bis zu 14 g/l Glycerin.
Der Tourismusverband Orebić beschreibt Postup als Wein von tiefem, dunklem Rubinrot, der nach schwarzen Früchten duftet, warm und dicht ist und ausgeprägte Tannine hat. Laut dem Tourismusverband der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva sind beide Weine dunkelrot, mit viel Tannin und Alkohol.
Mehr über die Rebsorte lesen Sie auf der Seite Plavac mali.

Wo Sie Dingač und Postup probieren
Laut ihren eigenen Websites bieten diese Erzeuger Wein aus einer oder beiden Lagen an. Einen Besuch vereinbaren Sie vorher direkt mit ihnen.
- Madirazza, Potomje: Dingač und Postup.
- Bura, Potomje: Dingač.
- Matuško, Potomje: Dingač; auf der Website gibt es ein Formular, mit dem Sie eine Verkostung reservieren.
- Dingač Skaramuča, Pijavičino: Dingač und Postup.
- Mikulić, Mokalo (laut Tourismusverband Orebić): Postup mit dem Namen Don Josip.
Medaillen für Dingač- und Postup-Weine laut den Wettbewerbsergebnissen: Pelješac Wein mit Auszeichnung. Welche Weine von Pelješac wir empfehlen, lesen Sie unter Wein von Pelješac.
Wer Dingač keltert: neun Weingüter und ihre Weine
Nach Angaben des Tourismusverbands der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva ist in Potomje auch die Vinarija Dingač (DINGAČ, poljoprivredna zadruga i vinarija) zu Hause, die größte landwirtschaftliche Genossenschaft auf Pelješac, gegründet 1902.
Weingüter auf Pelješac nach Gebieten
Die fünf Weingebiete von Pelješac und die Profile aller 41 Weingüter mit Adresse stehen im Buch. Als E-Book eignet es sich auch als Geschenk für Weinliebhaber.
Häufige Fragen
- Ist Dingač eine Rebsorte?
- Nein. Dingač und Postup sind Lagen auf der Halbinsel Pelješac, die Rebsorte ist Plavac mali.
- Ist Postup eine geschützte Ursprungsbezeichnung wie Dingač?
- Nein. Dingač steht seit dem 1. Juli 2013 im EU-Register (PDO-HR-A1649). Den Namen Postup verzeichnet das Register eAmbrosia nach dem Stand vom 19. Oktober 2026 nicht; Postup ist eine benannte Lage im Weinbaubezirk Pelješac.
- Was bedeutet ZOI bei Dingač?
- ZOI steht für zaštićena oznaka izvornosti, den kroatischen Begriff für die geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.). Unter diesem Begriff führt das kroatische Landwirtschaftsministerium die Weine mit Schutz auf EU-Ebene, darunter Dingač.
- Wie groß ist die Anbaufläche von Dingač?
- Das geschützte Gebiet umfasst laut Spezifikation 758 Hektar, davon sind 78,5 Hektar mit Reben bepflanzt.
- Wo kann ich Dingač-Wein kaufen?
- Verkauf und Verkostung bestätigen Ihnen die Erzeuger direkt. Unser Weingüterverzeichnis führt Weingüter auf Pelješac, mit einem Link zur Website, sofern das Weingut eine hat.



